Tradition

 

Rückblick von der Gründung bis in die Gegenwart

 

1908: Landwirt und Bürgermeister Heinrich Köhne veranlasste und berief die Gründungsversammlung ein. Fast alle Männer aus Oldau nahmen daran teil. Oldau zählte damals ca. 200 Einwohner.

Dem ersten Vorstand gehörten an:

Heinrich Köhne, Hermann Rickmann, Hermann Meinheit, Wilhelm Hasselmann 16, Heinrich Hoffmann, Heinrich Hiestermann, Wilhelm Möller und Willi Pieper.

Zum 50-jährigen Jubiläum lebten noch sechs dieser Vorstandsmitglieder.

Das erste Schützenfest wurde gleich im Gründungsjahr 1908 gefeiert. Heinrich Meyer, Gastwirt des Dorfes, stellte seine Diele zur Verfügung, die festlich hergerichtet wurde.

Der Scheibenstand lag am Rande des Dorfes in Richtung Südwinsen. Er bestand aus einem hoch geworfenen Erdwall, davor standen ein Stuhl und ein Gartentisch. Geschossen wurde auf Entfernungen von 75 und 100 Metern. Da die Schützengesellschaft nicht über Gewehre verfügte, wurden sie vom Infanterie-Regiment 77 aus Celle geliehen, was damals noch möglich war.

ab 1910: Später kam ein Winser Bürger namens Wirsing zu Fuß durch die Ohe. In einem Handwagen transportierte er die Gewehre, die Munition und die Scheiben. Er nannte sich Schießmeister und leitete das Königsschießen. Ihm oblagen Aufsicht und Verantwortung. Für seine Tätigkeit war ein Honorar zu entrichten.

Der Schützenkönig wurde vorher in geheimer Absprache ausgewählt. Er musste ja über eine gewisse Finanzkraft verfügen. Wenn der gewählte Schütze schoss, spielten die engagierten Musiker ganz zufällig die Lieder „Heil dir im Siegerkranze“ oder „Der Mai ist gekommen“. Ein Umzug gehörte ebenfalls zum Schützenfest. Am Wohnhaus des Schützenkönigs wurde die Königsscheibe befestigt.

Der „Rat der Jungfrauen“ marschierte dem Schützenumzug voran. An langen Stangen trugen sie drei von ihnen gestiftete Preise. Es handelte sich meistens um Kleidungsstücke wie Jacke, Hose und Weste.

Die Königsbraut kam aus dem „Rat der Jungfrauen“. Sie hatte den König während der Schützenfesttage bei guter Laune zu halten, sie hatte ihn zu verwöhnen. Der König selbst hatte ihren Wünschen nachzugeben. Dieser Brauch wurde nach dem 1. Weltkrieg nicht wieder aufgenommen.

1910: Die Fahnenweihe fand im Jahr 1910 statt. Acht weiß gekleidete Ehrenjungfrauen trugen die Fahne, enthüllten sie und stellten sie der Öffentlichkeit vor, um sie dann dem ersten Fahnenträger, Schlachtermeister Willi Pieper, zu übergeben. Der Fahnenspruch lautete“ „Klar das Auge; Fest die Hand; Treu das Herz für’s Vaterland“. Er gilt noch heute. Erstmalig wurde ein Festzelt aufgebaut. Zwölf Militärmusiker des Celler Infanterie-Regimentes 77 umrahmten diese Veranstaltung.

„Dat Burnbeier“ (die Bauernfeier) war das zweite Fest im Jahr. Es wurde zwischen Weihnachten und Neujahr gefeiert und fand jedes Jahr bei einem anderen Bauern auf der Diele statt. Dieser hatte das Fest auszurichten.

Das Eiersuchen, das regelmäßig zu Schützenfesten stattfindet, ist eine alte Überlieferung aus der Zeit des Burnbeiers. Am frühen Morgen suchten die Schützen in den Nestern und im Stroh nach Eiern. Die zusammengetragenen Eier wurden gebraten und gemeinsam verzehrt.

1919: Nach dem 1. Weltkrieg wurde das Gasthaus Sutmöller gebaut. Es verfügte über einen Saal, in dem der Schützenball (vormals „dat Burnbeier“) gefeiert werden konnte.

1923: Die Schützenvereine Hornbostel, Jeversen, Meißendorf, Steinförde, Südwinsen, Wieckenberg, Wolthausen und Oldau schlossen sich zum Schützenbund „Allertal“ zusammen, die das Bundesschießen durchführten.

1928: In diesem Jahr war die Schützengesellschaft Oldau der ausrichtende Verein für das Bundesschießen. Hierfür war der Ort festlich geschmückt. Ehrenpforten wurden über die Straßen gebaut, die Häuser mit frischem Grün versehen. Sogar ein Festwagen unter dem Namen „Wilhelm Tell“ belebte den Umzug.

1950: Am 16. März 1950 erfolgte die Neugründung der Schützengesellschaft Oldau. Der Mitgliederbestand wuchs rasch auf 200 Schützen an.

Das sportliche Schießen fand im Wesentlichen mit dem Luftgewehr statt. Das „Silberschießen“ und Vereinsmeisterschaften wurden ausgetragen. Die besten Schützen vertraten den Verein auf Kreisebene. Für das gesellige Schießen mit dem Luftgewehr genügten die Säle der  Oldauer Gastwirte. Für die Distanz mit dem Kleinkalibergewehr wurde ein neuer Scheibenstand notwendig.

1957: In den Jahren 1908 bis 1914 und auch in den Jahren 1919 bis 1923 genügte den Schützen der einfach hergerichtete Stand am Ortsrand. Im Jahre 1957 begannen die Schützen einen neuen Kleinkaliberstand zu bauen, der zum 50. Stiftungsfest seiner neuen Bestimmung übergeben werden konnte. Über dreißig Jahre (1958 bis 1989) versammelten sich hier die Oldauer Schützen, übten, trainierten und trugen Meisterschaften aus. Nach dieser Zeit genügte dieser Stand nicht mehr den inzwischen erlassenen Sicherheitsvorschriften.

1958: Die Schützengesellschaft Oldau feierte im Jahre 1958 ihr 50-jähriges Jubiläum. Ein großer Umzug, verstärkt durch viele Gastvereine, Fanfarenzüge, Spielmannzüge und Musikkapellen, unterstrich die Bedeutung dieses Festes.

1962: Die Musikkapelle Oldau (Mu Kapelle) entstand aus bescheidenen Anfängen. Es erklangen zunächst eine Trompete, eine Querflöte, eine Trommel und eine Pauke. Ausdauer und Idealismus trugen dazu bei, dass aus dem kleinen Quartett inzwischen ein beliebtes Blasorchester wurde.

1968: Die SG-Oldau verfügte über die stärkste Jugend im Kreisgebiet. Die Mütter der Jungschützen stifteten eine Standarte. Sie wurde im Jahre 1968 verliehen und geweiht. Auf ihr ist zu lesen: „Der Heimat die Treue“ und „Jungschützen Oldau 1968“.

1981: Am 27.11.1981 weihte die Schützengesellschaft Oldau die neu gebaute Schießsporthalle ein. Vier Jahre dauerte die Erstellung dieser Halle, die in großem Umfang in Eigenleistung errichtet wurde. Die Schützen wendeten fast 9000 unbezahlte Arbeitsstunden auf. Die Halle umfasst eine bebaute Fläche von 607 qm, weist 20 Luftgewehrstände auf und verursachte Gesamtbaukosten in Höhe von 353.000,-- DM.

Der damalige Vorsitzende Herrmann Hasselmann weihte sie mit den Worten ein: „Heute weihen wir auf diesem Platz unser Schützenheim ein, welches, so hoffen wir, nicht nur eine Stätte der Begegnung, sondern auch ein Austragungsort sportlichen und fairen Wettkampfes nach Schützenart sein wird“. Seine Hoffnung ist voll in Erfüllung gegangen. Hiervon kann sich jeder beim Besuch der Schützenhalle selbst einen Eindruck verschaffen.

1990: Im März 1990 konnte der Erweiterungsbau der Schießsporthalle um sechs Kleinkaliberstände eingeweiht und seiner Bestimmung übergeben werden. Dieser Erweiterungsbau umfasste eine Bauphase von 2 Jahren. Er wurde wiederum durch einen hohen Anteil an Eigenleistung von Schützenschwestern und Schützenbrüdern fertig gestellt.

Heute: Die Schützengesellschaft zählt 445 Mitglieder. Die Sportschützen (Erwachsene und Jugendliche) sind sehr erfolgreich und können an Landes- und Deutschen Meisterschaften teilnehmen. Die Gesellschaft verfügt über eine Seniorengruppe, Laser- und Armbrustgruppe. Sie leistet eine wertvolle Jugendarbeit in der Gemeinde Hambühren. Gesellschaftliche Veranstaltungen haben im Gemeindeleben einen hohen Stellenwert.